Photography by Anton Ahrens

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„Wird’s mal eng - kommt Boateng“

Was für eine Aktion von Boateng! Eines der Themen der aktuellen EM. Shawn Thew hat diesen Moment eingefangen. In einem Interview beschrieb er wie es zu dem Bild kam. 

© picture alliance / dpa / EPA/SHAWN THEW

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Den kompletten Artikel von designlovr.de findet Ihr im Link.


Shawn, die Spiele in Frankreich haben gerade erst begonnen, doch schon jetzt hast Du vermutlich das spektakulärste Bild der EM 2016 geschossen. Wie fühlt sich das an?

Hm, na da kommen noch viele Spiele mit sehr guten Fotografen aus der ganzen Welt. Natürlich ist es ein tolles Gefühl so ein Foto zu schießen, es ist definitiv mein bestes Fußball-Foto aller Zeiten. Ich arbeite für eine europäische Fotoagentur mit Sitz in Washington, DC und es ist eine Ehre für die Europameisterschaft als Fotograf ausgewählt worden zu sein. Die Agentur investiert viel Planung und Geld, damit ich in Frankreich arbeiten kann, da bin ich natürlich glücklich dieses Foto geschossen zu haben und mich auf diesem Weg revanchieren zu können.

Mit seiner Aktion hat Jerome Boateng in Deutschland unzählige Fans und Zuschauer begeistert. Wie hat sich die 37. Minute aus Deiner Sicht abgespielt? Wie ist das Foto entstanden?

Zunächst dazu, wie das Foto entstand: Da es uns nicht erlaubt ist direkt hinter dem Tor zu stehen, nutzte ich eine Fernkamera. Ich war drei Stunden vor Anpfiff vor Ort, um einen geeigneten Platz hinter dem Tor zu finden. Etwa 1,5 Stunden vor dem Spiel richtete ich die Canon EOS-1D X mit einer 16-35mm 1:4 L IS USM EF Linse ein und fokussierte sie auf das Tor. Ich nutzte ein Fußpedal als Auslöser und überprüfte mit einem Kollegen, ob sie auch wirklich auslöst, wenn ich das Pedal betätige. Er zeigte mir den Daumen nach oben und sagte mir, dass die Bilder auch richtig übertragen wurden.
Die Ukrainer haben sehr gekämpft und bauten einen extremen Druck auf die Deutschen auf, um das Spiel noch zu drehen. Als Boateng auf die Torlinie rannte, drückte ich den Auslöser auf meiner Kamera in der Hand und betätigte natürlich auch den Fußauslöser für die Fernkamera. Es war echt spannend und 50.000 Menschen jubelten. Man weiß nie, was man mit einer Fernkamera erreicht, denn du hast es trotz der ganzen Vorbereitung einfach nicht in der Hand. In der Halbzeit ging ich zu meiner Kamera, um das Bildmaterial zu überprüfen und war ziemlich enttäuscht, da sie umgeworfen war. Das war schon einmal während des Aufwärmens passiert. Da habe ich es aber gleich gesehen und konnte sie neu positionieren. Als ich die Kamera neu positionierte, klickte ich die Bilder durch… Dach, Dach, Dach. Über 100 Bilder vom Dach und dann: Jackpot! Eine Serie von Boateng auf der Torlinie, rückwärts in meine Kamera fliegend und, wie er sie umreißt.

Nachdem Du aller Wahrscheinlichkeit nach DAS Foto der EM 2016 geschossen hast, wie geht es jetzt für Dich in Frankreich weiter?

Das war mein zweites Spiel, ich fange also wirklich gerade erst an. Ich werde Trainings und Spiele in Lille und Lens mit unserem Team während des Turniers fotografieren. Und wenn die Zeit es erlaubt, wollen wir ein bisschen Sightseeing machen und natürlich die anderen Spiele in den lokalen Kneipen schauen.